01.03.2018

Gesundheitskonzern ist weiter auf Wachstumskurs

Großer Andrang auf dem Neujahrsempfang der Mühlenkreiskliniken

MKK-Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier, MKK-Medizinvorstand Dr. Kristin Drechsler, Referentin Professor Christel Bienstein (Privatuniversität Witten/Herdecke) und Verwaltungsratsvorsitzender und Landrat Dr. Ralf Niermann


Mehr als 300 Gäste, Freunde und Förderer der Mühlenkreiskliniken haben sich am Mittwoch, 28. Februar, zum traditionellen Neujahrsempfang getroffen. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Olaf Bornemeier hat der Verwaltungsratsvorsitzende und Landrat Dr. Ralf Niermann zu den Gästen gesprochen. Den Gastvortrag hielt die renommierte Pflegewissenschaftlerin der Privaten Universität Witten/Herdecke, Professorin Dr. Christel Bienstein.

Dr. Ralf Niermann: "Ich bin von der öffentlichen Trägerschaft absolut überzeugt"
In den Begrüßungsworten dankte Verwaltungsratsvorsitzender und Landrat Dr. Ralf Niermann allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des kommunalen Klinikkonzerns für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben selbst in schweren Zeiten stets das Wesentliche im Blick behalten: das Wohl der Patientinnen und Patienten. Diese Grundhaltung, die schon immer durch die gesamten Häuser hindurch getragen wurde, hat zentral dazu beigetragen, dass die Mühlenkreiskliniken heute da sind, wo sie sind", sagte Dr. Niermann in seinen Begrüßungsworten. Er machte in seiner Rede deutlich, dass die öffentliche Trägerschaft der Mühlenkreiskliniken ein Erfolgsfaktor sei. "Als kommunal geführtes Unternehmen bieten wir einen sicheren, fair bezahlten Arbeitsplatz mit klaren Strukturen und Perspektive. Ich bin von der öffentlichen Trägerschaft absolut überzeugt. Sie ist für mich das Wichtigste, wofür die Kreispolitik jetzt und in Zukunft Verantwortung tragen muss", so Dr. Niermann.

"Die Mühlenkreiskliniken sind für die Menschen im Kreis Minden-Lübbecke da. Sie bieten ihnen die bestmögliche ambulante und stationäre medizinische Versorgung. Das muss immer das wichtigste Ziel unserer Häuser sein, und darüber waren wir uns im Verwaltungsrat schon immer einig." 

In seiner Rede machte der Landrat auf den Unterschied gegenüber privaten Gesundheitsunternehmen deutlich: "Jeder verdiente Euro bleibt im Konzern und wird re-investiert. Gewinne sind dazu da, um Spielraum für Investitionen zu schaffen, beziehungsweise die Verbindlichkeiten aus vergangenen Investitionen zu begleichen", sagte der Landrat.

Positives Jahresergebnis und Ausbau des medizinischen Angebots
Der Vorstandsvorsitzende der Mühlenkreiskliniken Dr. Olaf Bornemeier betonte in seiner Rede das zufriedenstellende Jahresergebnis aus dem Jahr 2017. "Wir erwarten wieder ein positives Ergebnis - dann bereits zum siebten Mal in Folge nach der erfolgreichen Sanierung im Jahr 2011", so der Klinik-Chef. Das Ergebnis sei nur dank des hervorragenden Einsatzes aller Berufsgruppen - insbesondere der Pflegekräfte und der Mediziner - möglich, betonte Dr. Bornemeier.

Das Jahr 2017 sei geprägt gewesen durch eine kontinuierliche und nachhaltige Verbesserung des medizinischen Angebots. So habe man mit der Gründung der Institute für Krankenhaushygiene und Betriebsmedizin bereits vorhandene medizinische Leistungen gebündelt und gestärkt. Zudem wurden 2017 ein weiteres Herzkatheterlabor am Johannes Wesling Klinikum und eine neue Intensivstation am Krankenhaus Lübbecke-Rahden eingeweiht. Das Krankenhaus Bad Oeynhausen hat im vergangenen Jahr mit der Multimodalen Schmerztherapie ein neues medizinisches Angebot entwickelt, das speziell für chronisch kranke Schmerzpatienten gedacht ist. "Alle Maßnahmen dienen einem Zweck: Der medizinisch bestmöglichen Versorgung der Bevölkerung und damit der Zukunftssicherung des Klinikverbundes und unserer Standorte", sagte Dr. Olaf Bornemeier. Als sehr positive Nachricht sieht der Vorstandsvorsitzende auch die Entwicklung der Beschäftigtenzahl. Wie in den Vorjahren konnten auch 2017 neue Stellen geschaffen werden. Im Jahresdurchschnitt wurden mehr als 100 neue Mitarbeiter zusätzlich an den Standorten der Mühlenkreiskliniken eingestellt - in allen Bereichen. "Die Mühlenkreiskliniken sind mit mittlerweile 4600 Mitarbeitern einer der wichtigsten Arbeitgeber der Region", stellte Dr. Olaf Bornemeier fest.

Medizinerausbildung in OWL: "Besser dezentral als zentral"
Besonders stolz ist der Vorstandsvorsitzende über die Ausbildungsaktivitäten der Mühlenkreiskliniken. "Wir engagieren uns in allen Bereichen der Ausbildung. Jedes Jahr bilden wir an unserer Akademie für Gesundheitsberufe unter anderem 120 Pflegekräfte aus - grundständig und universitär im Bachelorstudiengang in Kooperation mit der Fachhochschule Bielefeld. Von den Absolventen übernehmen wir in der Regel etwa 75 Prozent", berichtet der Vorstandsvorsitzende. Um dem Personalmangel in der Pflege zu begegnen, wurde die Ausbildungskapazität im vergangenen Jahr um einen weiteren Kurs erhöht. Dazu ins Bild passt, dass sich die Zahl der Vollzeitstellen in der Pflege an den Mühlenkreiskliniken kontinuierlich erhöht. 2017 wurde der Stellenplan in der Pflege um drei Prozent ausgeweitet. "Wir werben für den Pflegeberuf. Wir gehen in Schulen und auf Ausbildungsmessen. Wir betonen Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen", sagte der Vorstandsvorsitzende. Künftig wird allen Pflegemitarbeitern der Mühlenkreiskliniken beispielsweise ein eigenes Traineeprogramm zur Verfügung stehen, um sich für künftige Leitungsfunktionen zu qualifizieren. "Gute Pflege ist ein Qualitätsmerkmal für uns. Wir haben uns vorgenommen, diese hervorragende Arbeit unserer Pflegeexperten öffentlich besser sichtbar und erlebbar zu machen. Aus diesem Grund freue ich mich besonders, dass Frau Professorin Bienstein heute unser Gast ist und den Festvortrag gehalten hat", so Bornemeier.   

Ein Erfolgsmodell ist für Dr. Olaf Bornemeier auch die Medizinerausbildung am Medizin Campus OWL. "Seit dem vergangenen Jahr läuft der Studienbetrieb unter Volllast. 120 Studierende erlernen bei uns den Arztberuf. Ab dem Herbst werden die ersten Absolventen des Medizin Campus OWL mit dem Praktischen Jahr die nächste Stufe ihrer Ausbildung beginnen", so Bornemeier. Im Herbst 2019 stehen die ersten bei uns in Minden für OWL ausgebildeten Mediziner dem Arbeitsmarkt als vollwertige Ärzte zur Verfügung. "Leider ist das erfolgreiche Modell der Mühlenkreiskliniken in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum aufgrund der Diskussionen um eine mögliche Medizinfakultät in Bielefeld etwas ins mediale und öffentliche Abseits geraten. In der öffentlichen Diskussion um die Medizinerausbildung wird häufig OWL mit Bielefeld gleichgesetzt. Ich frage mich aber: Wenn man Hausärzte für die Region gewinnen will, ist es dann nicht sinnvoller, auch die Ausbildung dezentral zu organisieren? Mir zumindest ist es bisher schleierhaft geblieben, warum ausgerechnet in der größten Stadt in OWL, der Großstadt Bielefeld, besser Mediziner für das sonst ländlich geprägte OWL ausgebildet werden können als hier bei uns in Minden - zumal wir in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit unseren Partnern dem Klinikum Herford und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW mit Bravour gezeigt haben, dass wir es können", so Dr. Bornemeier. Der Vorstandsvorsitzende regte an, die Standortfrage einer möglichen Medizinfakultät in OWL neu zu diskutieren. "Wäre nicht auch eine Campuslösung außerhalb Bielefelds sinnvoll? Ähnlich wie es die Fachhochschule Bielefeld seit vielen Jahren mit dem Campus Minden betreibt?", fragte der Vorstandsvorsitzende.

Für die Zukunft kündigt der Klinik-Chef ein weiteres moderates Wachstum an. "Wir wachsen dort, wo es sinnvoll ist. Wir sind an nachhaltigem Wachstum interessiert - nicht an Experimenten", so Dr. Olaf Bornemeier. Dabei sieht er die Digitalisierung in der Medizin als Chance, nicht als Bedrohung. "Ohne Menschen funktioniert Medizin nicht. Die Digitalisierung wird Mitarbeiter im Behandlungsprozess nicht überflüssig machen. Aber sie wird helfen, dass Mitarbeiter wieder Zeit für das Wesentliche haben werden: für die Pflege und die Behandlung der Menschen am Krankenbett.

Der Gastvortrag wurde in diesem Jahr von Pflegeexpertin Professorin Christel Bienstein gehalten. Die Gründerin des ersten deutschen Pflegestudiengangs an der Privaten Universität Witten/Herdecke ging in ihrem Vortrag auf den kommenden Fachkräftemangel in der Pflege ein. Die demografische Entwicklung träfe die Pflege doppelt: Es gibt immer ältere und kränkere Menschen, die Pflege benötigen und gleichzeitig immer weniger aktive Pflegekräfte. Schon jetzt fehlten 15 Prozent Ausbildungskapazität im Pflegebereich, so Professorin Christel Bienstein. Für die Zukunft fordert die Pflegeexpertin eine weitere Professionalisierung und Akademisierung der Pflege sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Pflege benötige Wertschätzung und eine starke Stimme, warb Christel Bienstein.