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03.04.2020

Hebammen feiern Examen

Abschlussprüfungen unter besonderen Bedingungen

Die Hebammen der Akademie für Gesundheitsberufe bei der Zeugnisübergabe in der Akademie für Gesundheitsberufe.


Ein Examen der besonderen Art feierten jetzt 15 Hebammenschülerinnen der Akademie für Gesundheitsberufe der Mühlenkreiskliniken. Nach mehr als 4.600 Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung haben sie in einer für alle außergewöhnlichen Feierstunde ihre Zeugnisse erhalten und wurden ins Berufsleben verabschiedet.

Vorausgegangen waren turbulente Zeiten, die von den Entwicklungen der Corona-Pandemie geprägt waren. „Die Examensschülerinnen waren in den letzten Tagen der Prüfungsvorbereitung auf sich alleine gestellt. Kein Austausch in Lerngruppen, kein Prüfungstraining, wie es sonst der Fall gewesen wäre“, berichtet Meike Meier, stellvertretende leitende Hebamme im Johannes Wesling Klinikum Minden und Lehrkraft in der Akademie für Gesundheitsberufe. Das Ende des regulären Unterrichts der Hebammenschule kam plötzlich. Von heute auf morgen wurde Mitte März verkündet, dass alle Schulen im Zuge der Corona-Entwicklungen geschlossen werden. „Wir haben versucht, das abrupte Ende so gut wie möglich per Telefon und Mail abzufangen“, erläutert Meier. Gemeinsam habe man so das Beste aus der Situation gemacht und bei den Prüfungsvorbereitungen geholfen. Mit Erfolg, wie nun bei der Examensfeier deutlich wurde. „Alle 15 Schülerinnen haben bestanden“, freut sich Maren Nagel, die seit Kurzem Lehrkraft an der Hebammenschule ist. Die gewohnten freudigen Umarmungen nach der Verkündung der Ergebnisse blieben in diesem Jahr jedoch aus. Freunde, Eltern und Kollegen mussten zu Hause bleiben, offizielle Worte und eine musikalische Begleitung gab es nicht, stattdessen zwei Meter Abstand zueinander. Nach und nach nahmen die Schülerinnen die aufgereiht bereitgelegten Zeugnisse selbst entgegen. „Um trotz aller Auflagen unsere Freude, unseren Stolz und auch unseren Respekt zu zeigen, haben wir uns gemeinsam mit den Lehrkräften, neben den Geschenken der Kolleginnen und Kollegen des Mindener Kreißsaals und der Station E12, etwas Besonderes überlegt und mit der Zeugnismappe einen personalisierten Bilderrahmen überreicht, der besondere Momente der vergangenen drei Ausbildungsjahre abbildet. Trotz des notwendigen Abstands entstand so eine fröhliche und wertschätzende Verabschiedung, eingeleitet durch herzliche Worte von Professor Dr. Philipp Soergel“, berichtet die Leiterin der Hebammenschule Martina Höfel.

Hinter den examinierten Hebammen liegt eine dreijährige Ausbildung, die sie in unterschiedlichen Bereichen absolviert haben. In der Akademie für Gesundheitsberufe haben sie die theoretischen Grundlagen des Berufs erlernt. Im Praxiseinsatz im Johannes Wesling Klinikum Minden haben sie Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett betreut und das Handwerkszeug erlernt. Mehr als die Hälfte von ihnen setzt das Gelernte nun an einem Standort der Mühlenkreiskliniken ein und kümmert sich hier als Hebamme um Schwangere, Mütter und deren Neugeborene.