31.05.2017

Junge Künstler können ihre Werke abholen

Ausstellung im Johannes Wesling Klinikum wird nach fünf Jahren beendet

Professor Johannes Zeichen hatte den Malwettbewerb 2012 organisiert, mehr als 1000 Kinder nahmen teil.

Sage und schreibe 1000 junge Künstler hatten vor fünf Jahren beim Malwettbewerb "Autsch" der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, spezielle Unfallchirurgie am Johannes Wesling Klinikum Minden teilgenommen. Seitdem sind die Bilder im Klinikum öffentlich zu sehen. "Die Bilder waren so schön, dass wir nicht nur die Gewinnerbilder ausstellen, sondern viele weitere Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren wollten", erzählt Organisator Professor Johannes Zeichen, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie. Also suchte man eine Ausstellungsfläche, auf der die Bilder gezeigt werden konnten. Fündig wurde man auf der 400 Meter langen und stark frequentierten Südmagistrale des Johannes Wesling Klinikums in Minden. "Das war der perfekte Raum, um möglichst viele Bilder zu zeigen. Weil aber auch hier nicht alle Zeichnungen untergebracht werden konnten, habe ich einige Werke noch auf meinen Stationen aufgehängt", berichtet Professor Zeichen.

Jetzt, fünf Jahre nach dem Beginn der Ausstellung, sollen die Kunstwerke nun an die Besitzer zurückgegeben werden. "Der Anblick ist zur Normalität geworden. Viele Patienten und Besucher kennen die Bilder bereits von vorherigen Krankenhausaufenthalten. Deswegen haben wir uns entschieden, die Kunstwerke an die Besitzer zurückzugeben", sagt Professor Johannes Zeichen.

Einige der damaligen Künstler dürften heute schon fast erwachsen sein: Kinder zwischen fünf und elf Jahren waren damals aufgefordert, Bilder von Unfällen oder Verletzungen zu malen. Entstanden sind ganz unterschiedliche Werke: Von der Fahrt im Rettungswagen über eine Operation bis hin zum Entfernen eines Splitters durch die eigene Mutter. Eins haben aber alle Bilder gemein. Auf den allermeisten Bildern sind Menschen zu sehen, die anderen Menschen in einer Notsituation helfen. "Das war auch eins unserer Ziele. Die Kinder sollten den Schrecken vor Verletzungen und Krankenhäusern verlieren. Verletzungen oder gar ein  Krankenhausaufenthalt sind speziell für Kinder eine ungewöhnliche, unter Umständen auch eine furchteinflößende Situation. Hier wollten wir frühzeitig Ängste nehmen und den Kindern zeigen: Wir helfen dir!", so Professor Zeichen.

Wer sein Bild oder das Bild seiner Kinder oder Enkelkinder haben möchte, kann bis zum 19. Juni einen Vordruck an der Krankenhausinformation abholen und ausfüllen. Im Anschluss werden die derzeit auf großen Holzwänden aufgeklebten Bilder ausgeschnitten und zur Abholung bereit gelegt.