Notfall

Bei Lebensgefahr 112

Kassenärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117

Kinderärztlicher Notfalldienst 116 117

Notaufnahmen Zu den MKK-Notaufnahmen

03.09.2018

Krankenhaus Lübbecke-Rahden bietet junger Kirgisin ein Praktikum

Initiative des Wirtschaftsverbandes Westfalen-Lippe vermittelt Fachkräfte nach OWL

Die kirgisische Medizinstudentin Kulpnai Murtazaevna (Mitte) hat am Krankenhaus Lübbecke-Rahden auf Vermittlung vom WWL-Vorsitzenden Manfred Bulk ein Pflegepraktikum absolviert. Der Ärztliche Direktor, Dr. Uwe Werner (links) und die Geschäftsführerin Dr. Christine Fuchs (rechts) freuen sich über die zusätzliche Unterstützung. Kulpnai Murtazaevna schließt nun ihr Studium in ihrem Heimatland ab. Sie kann sich nach eigenen Angaben gut vorstellen, später in OWL als Ärztin zu arbeiten.


 Der Fachkräftemangel ist in aller Munde – auch im medizinischen Bereich. Betroffen davon sind längst nicht mehr nur ländliche Gebiete. Auch für Krankenhausverbünde wie die Mühlenkreiskliniken ist es mittlerweile alles andere als einfach, qualifizierte Ärzte und Pflegekräfte zu gewinnen. „Andere Krankenhäuser werben gezielt im Ausland Ärzte und Pflegefachkräfte an“, berichtet Dr. Christine Fuchs,  Geschäftsführerin des Krankenhauses Lübbecke-Rahden. So dramatisch sei die Lage bei den Mühlenkreiskliniken zum Glück nicht. Dennoch arbeiten auch bei den Mühlenkreiskliniken viele ausländische Fachkräfte.  „Insbesondere im ärztlichen Bereich funktioniert das deutsche Gesundheitssystem ohne Fachkräfte aus dem Ausland derzeit nicht“, kommentiert Fuchs.  Dank einer Initiative des Wirtschaftsverbandes Westfalen-Lippe e.V. (WWL), einer Kooperationsgemeinschaft von mittelständischen Unternehmen, arbeitete in den Semesterferien eine angehende Ärztin aus dem zentralasiatischen Kirgisistan als Schwesternhelferin im Krankenhaus Lübbecke.

„Aufgrund der schwierigen Situation am Personalmarkt waren wir natürlich sehr offen, als uns der WWL auf dieses Pilotprojekt aufmerksam gemacht hat“, berichtet Dr. Christine Fuchs. Der in Bünde ansässige Unternehmensverbund rekrutiert bereits seit vielen Jahren Personal für seine Mitgliedsunternehmen aus dem Ausland und ist auch sehr erfolgreich mit einem Projekt, bei dem Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit integriert werden. „In diesem Zusammenhang“, so der WWL-Vorsitzende Manfred Bulk, „gab es auch Gespräche mit Medizinern aus unterschiedlichen Fachbereichen, die alle von der Idee begeistert waren, die beim WWL vorhandenen Erfahrungen und Beschaffungswege zu nutzen, um gute Ärzte und Pflegekräfte für Ostwestfalen zu gewinnen“. Bei einem Besuch in Kirgisistan war Manfred Bulk als Vorsitzender des WWL an mehreren Universitäten eingeladen, um dort über berufliche Perspektiven in Ostwestfalen zu referieren. Manfred Bulk: „Neben IT-lern und Ingenieuren habe ich dort auch weit über 50 fortgeschrittene Medizinstudenten kennengelernt, die alle Deutsch auf dem Niveau B1, B2 oder sogar C1 sprachen.“

In einem Pilotprojekt wurde beschlossen, einigen dieser Medizinstudenten die Chance zu geben, in ihren Semesterferien in ostwestfälischen Krankenhäusern als Pflegehilfskräfte zu arbeiten. Gleich eine mehrfache Win-Win-Situation, wie Manfred Bulk erläutert: „Die Studenten erhalten die Möglichkeit, Deutschland kennenzulernen und dabei Geld zu verdienen. Und die Kliniken gewinnen nicht nur zusätzliches Pflegepersonal während der Ferienzeit, sondern können auch Kontakt zu angehenden Ärzten aus Kirgisistan knüpfen. Die 22-jährige Kulpnai Murtazaevna, die mehrere Wochen im Krankenhaus Lübbecke arbeitete, fühlte sich in Deutschland jedenfalls pudelwohl. Die angehende Ärztin könnte es sich gut vorstellen, nach Abschluss ihres Medizinstudiums als Ärztin nach Ostwestfalen zurückzukehren. Kulpnai Murtazaevna: „Es war eine tolle Erfahrung im Krankenhaus Lübbecke-Rahden zu arbeiten. Dafür möchte ich mich bei allen Verantwortlichen ganz herzlich bedanken. Ich werde es allen meinen Mitstudenten empfehlen, nach Abschluss der Ausbildung nach Ostwestfalen zu kommen“. Ein Lob, das Manfred Bulk in den aktuellen Planungen bestärkt: „Derzeit wird mit einer Gruppe von Fachärzten die weitere Vorgehensweise besprochen“.