09.06.2017

Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen

Schüler erkunden Unfallchirurgie im Johannes Wesling Klinikum

Erstversorgung am Unfallort: Janine Menge (rechts im Bild) vom Mindener Rettungsdienst zeigt die wichtigsten Schritte.

Dr. Said Chotta erklärt, wie Unfallopfer im Schockraum der Notaufnahme versorgt werden.

Wie der Alltag in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Johannes Wesling Klinikum aussieht, davon konnten sich 24 Schülerinnen und Schüler des Mindener Ratsgymnasiums ein Bild machen. Im Rahmen des deutschlandweiten Unfallpräventionsprogramms "P.A.R.T.Y." erhielten die Jugendlichen aus erster Hand einen Einblick in die tägliche Arbeit eines Unfallchirurgen. Von der Erstversorgung am Unfallort über die Einlieferung in die Notaufnahme bis hin zur Versorgung am Krankenbett zeigten Oberarzt Dr. Said Chotta, seine Kolleginnen und Kollegen der Unfallchirurgischen Stationen B12 und B13, der Intensivstation und Physiotherapie sowie die Polizei Minden und der Rettungsdienst Minden einen Tag lang alle Schritte des Behandlungsverlaufs nach einem Unfall.

Vor einem Jahr hatte Chotta das Projekt ans Mindener Klinikum geholt. Als Unfallchirurg und Notarzt weiß er, wie wichtig Unfallprävention gerade für Jugendliche ist. "Viele Unfälle können vermieden werden, wenn man frühzeitig aufklärt", sagt er. Um den Schülern die Folgen von leichtsinnigem Verhalten deutlich zu machen, berichtet Chotta über verschiedene Fälle, bei denen Jugendliche schwerverletzt eingeliefert wurden. Auch eine ehemalige Patientin hat er eingeladen, die nach einem schweren Unfall im Universitätsklinikum behandelt wurde. Von ihrem Erlebnisbericht sind die Schüler besonders ergriffen. Chotta schildert diesen aus der Sicht des Mediziners und geht dabei sowohl auf die schwerwiegenden Verletzungen als auch den teils langen Weg der Genesung ein. "Wir machen insbesondere auf die Folgen von Raserei, Trunkenheit am Steuer oder die Smartphone-Nutzung während der Fahrt aufmerksam, denn Verkehrsunfälle gehören zu den häufigsten Ursachen für schwere und tödliche Verletzungen von Jugendlichen" so Chotta.

"P.A.R.T.Y." ist die Abkürzung für "Prevent Alcohol and Risk Related Trauma in Youth". Das Programm soll jungen Menschen helfen, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, mehr Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen und sich der Konsequenzen des eigenen Handels bewusst zu werden. Das Programm für Schulklassen und Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren wird seit fünf Jahren im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in ganz Deutschland koordiniert. In Zusammenarbeit mit der Polizei Minden und dem Rettungsdienst Minden beteiligt sich das Johannes Wesling Klinikum bereits zum dritten Mal an der Aktion. Zwei Mal im Jahr lädt die Unfallchirurgie Schulklassen ein. Interessierte Lehrer und Schulleiter können sich im Sekretariat der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie unter 0571 / 790-3401 über das Programm informieren und zur Teilnahme anmelden.