Wirbelgleiten

Wirbelgleiten ist gekennzeichnet durch die Verschiebung eines Wirbels nach vorn, selten auch nach hinten. Der Gleitvorgang kann über Jahre oder Jahrzehnte andauern und auch zum Stillstand kommen. 2 – 4% der Bevölkerung Mitteleuropas leiden unter dieser Erkrankung. Verschiedene Ursachen werden beobachtet: Fehlbildungen, Ermüdungsbrüche, Verschleiß der Wirbelsäule oder Operationsfolgen. Am häufigsten ist das Gleiten zwischen 4. und 5. Lendenwirbel gefolgt von L5 und 1. Sacralwirbel. Viele Patienten verspüren keine Beschwerden. Als Folge des Wirbelgleitens kann sich aber auch eine Instabilität der Wirbelsäule oder aber eine Enge des Rückenmarkkanals mit Kompression der Nerven entwickeln. Die typischen Symptome sind dann Kreuzschmerzen, Schmerzen in den Beinen sowie eine schmerzhafte Einschränkung der Gehstrecke als Zeichen einer Enge des Spinalkanals.

Abb. 1: Wirbelgleiten im Segment L4/5 mit Einengung des Rückenmarkkanals und Überlastung der Gelenke.

In der Behandlung der Erkankung kommen zunächst konservative Verfahren zur Anwendung. Durch Medikamente, Krankengymnastik mit Kräftigung der Rückenmuskulatur oder durch das Tragen eines stützenden Mieders können die Beschwerden gelindert werden. Manchmal sind bestimmte Injektionsverfahren sinnvoll. Versagen diese konservativen Behandlungsverfahren, ist eine Operation angezeigt.

Abb. 2: Wirbelgleiten prae-und postoperativ. Nach der OP ist die Stellung der Wirbelsäule wieder hergestellt.

Bei der Operation wird der betroffene Wirbel wieder in die anatomisch korrekte Position gebracht (Reposition) und ggf. der Rückenmarkkanal erweitert (Dekompression). Das Repositionsergebnis wird mit Hilfe von Titanimplantaten gesichert. Bei der Dekompression werden knöcherne und ligamentäre Einengungen beseitigt und Nerven und Rückenmark freigelegt.

Abb. 3

Fazit
Bei der operativen Behandlung der Spondylolisthesis führen Reposition der Fehlstellung und konsequente Dekompression zu sehr guten klinischen Ergebnissen.