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15.06.2021

Eine runde Sache

Ulrich Grünwald hat das „FIFA-Diplom in Fußball-Medizin“ erworben

Der Oberarzt Ulrich Grünwald, Sportmediziner und Unfallchirurg am Universitätsklinikum Minden, hat als einer von 1.600 Medizinern weltweit das FIFA-Diplom in Fußball-Medizin erworben. Er betreut unter anderem auf nationaler Ebene als Verbandsarzt mehrere Jugendmannschaften im American Football sowie die „DJK Dom Minden Wolves“.


Wenn Ulrich Grünwald vor dem Fernseher sitzt, um die Spiele der Fußball-EM zu verfolgen, „dann guckt da immer auch der Arzt in mir mit“, sagt der Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, spezielle Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Minden. Natürlich: Bei jedem Schuss aufs Tor fiebere er mit, hoffe, dass die deutsche Elf es mit Frankreich und Portugal aufnehmen könne, und sei davon überzeugt: „Gewinnen wird am Ende ein Team – nicht die besten Einzelspieler.“ Aber sobald jemand gefoult wird oder über den Platz humpelt, „dann frage ich mich auch immer ganz automatisch: Was kann da jetzt im Körper passiert sein?“

Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich der 55-jährige Chirurg und Notfallmediziner im Sport. Als Verbandsarzt des deutschen und des nordrhein-westfälischen American Football Verbandes betreut er die U19-Nationalmannschaft und die U18 von NRW, außerdem die Mannschaft der „DJK Dom Minden Wolves“. Aber trotz aller Erfahrung, die der Mediziner mitbringt: „Man kann immer noch etwas dazulernen“, so Ulrich Grünwald.

Deshalb hat er die Chance genutzt, an einer weltweit einzigartigen E-Learning-Fortbildungsreihe teilzunehmen, und das FIFA-Diplom in Fußball-Medizin erworben. Wohlgemerkt: Fußball, nicht Football, auch wenn in der Kurs-Sprache Englisch für beide Sportarten dasselbe Wort verwendet wird. Bisher haben rund 1.600 Teilnehmer aus der ganzen Welt die Fortbildung erfolgreich abgeschlossen, die 2016 in enger Kooperation mit den 49 Exzellenzzentren der FIFA entwickelt wurde. Mitgewirkt haben daran so renommierte Sportmediziner wie der Teamarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Tim Meyer.
In insgesamt 42 Modulen werden die verschiedensten Themen aufgegriffen: die Herausforderungen der Mannschaftsbetreuung vom Jugend- bis in den Seniorenbereich, die Behandlung von akuten Verletzungen und Überlastungsschäden, das Management des plötzlichen Herzstillstands beim Sport sowie die Dopingproblematik. Aber auch Themen wie Psychologie oder Ernährungsstörungen – Letzteres etwas, „was im Sport sonst oft unter den Teppich gekehrt wird“.
 
Die Modulreihe sei zwar eigentlich auf den Fußball ausgerichtet, „aber im Prinzip haben alle Mannschaftssportarten die gleichen Probleme zu stemmen“, ist Ulrich Grünwalds Erfahrung.  Vom Umfang der Fortbildung, die in dieser Form nur von der FIFA angeboten wird, war der Mediziner positiv überrascht: „Man bekommt da wirklich einen guten Überblick, woran man alles denken muss, wenn man eine Mannschaft medizinisch betreut. Es gibt kein Teilgebiet, das sie ausgelassen haben.“ Besonders viel dazugelernt habe er, was die medizinische Betreuung von Schiedsrichtern angeht: „Da gibt es einiges, was ich auch in meinem eigenen Verband umsetzen möchte,“ hat er sich vorgenommen. Denn egal ob Spieler oder Schiedsrichter, Fußball oder Football: „Die Gesundheit ist das Wichtigste.“ Dafür setzt sich Ulrich Grünwald in seiner Freizeit genauso ein wie im Beruf.